Washington's Eliten sind wieder da

Ein kurzer Überblick über Bidens Kabinett

Ein Kommentar von Florin G.

01.12.2020

Joe Biden hat im Verlauf der letzten drei Wochen einige Personalentscheidungen für sein mögliches Kabinett kommuniziert. (Wir haben berichtet). Die Namen der Personen sind genug aufschlussreich, um den Kurs der Biden-Administration vorherzusehen. Mit der viel gepriesenen "Einigkeit und Heilung des Landes" geht das nicht einher. Die meisten der Personen sind alte Bekannte und waren oft schon im Umfeld der Obama-Administration anzutreffen. Genau diese Art der Wechsel innerhalb der Spitzenpositionen hatte Donald Trump in seinem Wahlkampf 2016 oft kritisiert. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum er damals gewählt wurde. Denn seine Gegnerin war Hillary Clinton. Niemand steht so sehr für das bei vielen Amerikanern verhasste Establishment wie sie. Clinton war First Lady während der Präsidentschaft von Ehemann Bill Clinton, danach Senatorin für den Bundesstaat New York und schlussendlich Aussenministerin unter Barack Obama.


Ein Punkt vorweg: Natürlich haben diese Wechsel auch ganz pragmatische Gründe. Die Person hat bereits Kontakte und eine Bekanntheit für diese Art von Posten. Zusätzlich kennen sie den Ablauf und die Umgebung ums Kapitol. Ganz klare Vorteile für wichtige Positionen in der Regierung. Dennoch: auffallend viele der nachfolgenden Personen kommen aus reichen, privilegierten Familien und sind Zeit ihres Lebens in der Oberschicht.

Ein Blick auf die bis jetzt bekannten Namen um Joe Biden:

Antony Blinken (Aussenminister): Er war Vizeaussenminister während der Obama Präsidentschaft (2009-2016) und nationaler Sicherheitsberater während Bidens Zeit als Vize. Als aussenpolitischer Berater für Biden hat er während dem Wahlkampf gewirkt.

Alejandro Mayorkas (Homeland Security): Vom Werdegang her passt er sehr gut in dieses Amt; er war Direktor der Einwanderungsbehörde (von 2009-2014) und Deputy Director der Homeland (2014-2017).

Avril Haines (Direktorin der Nationalen Geheimdienste): Sie hat in den letzten zehn Jahren einige Wechsel innerhalb von Spitzenpositionen hinter sich. Von 2010 bis 13 war sie juristische Beraterin von Barack Obama. Danach stellvertretende Direktorin der CIA und anschliessend stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin. Auch ihre guten Voraussetzungen kann man nicht leugnen.

Linda Thomas-Greenfield (UN Botschafterin): Auch sie besitzt eine beachtliche Biografie, hier ein kleiner Einblick: Sie war unter anderem Botschafterin in Liberia und Vize-Unterstaatssekretärin für afrikanische Angelegenheiten im US-Außenministerium.

Jake Sullivan (Nationaler Sicherheitsberater): Er war Director of Policy Planning im State Department unter Obama. Danach war er kurzzeitig Nationaler Sicherheitsberater für Vize Biden (2013-2014).

John Kerry (Sondergesandter des Präsidenten für das Klima): Bestens bekannt als Aussenminister (2013-2017), war er zuvor jahrelang Senator für den Bundesstaat Massachusetts (1985-20013) und Vorsitzender des Senatsausschusses für Aussenpolitik.

Michèle Flournoy (Verteidigungsministerin): Sie war bereits unter Bill Clinton in einer wichtigen Position im Department of Defense und durfte in der Obama-Administration als stellvertretende Verteidigungsministerin für Politik arbeiten. Flournoy gilt als Wegbereiterin für den US-Militäreinsatz in Libyen.


Wie bereits angetönt, sind die Personen logischerweise nicht ungeeignet für die Positionen, aber es zeigt das, was vielen Amerikanern zum Hals raushängt: gewisse Leute schaffen es immer wieder in Machtpositionen. Den Medien gefällt es grösstenteils, denn alles ist für sie besser als Trump. Für sie ist ein Präsident wie Biden angenehmer, ist er doch berechenbarer als sein Vorgänger.


Abzuwarten bleibt, wie lange Joe Biden wirklich in seinem Amt sein wird, denn Einigen kann es nicht schnell genug gehen, dass die USA eine Frau als Präsidentin bekommen. Ob gewählt oder "nachgerückt" macht dann keinen Unterschied.




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